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[Blog] Woche 7 - Green Screens und fliegende Dinos



Der Montag begann damit, dass Sue, unsere Schnittdozentin, uns beim Schnitt unseres ersten großen Beitrags half: dem „Hinter den Kulissen“ bei der BR-Politsendung „kontrovers“ in Lindau. Das Gute daran war, dass trotzdem wir den Film geschnitten haben und sie nur bei groben Fehlern eingegriffen hat. So lernt man am meisten. Die nächsten drei Tage hat uns Jan in die Künste der After Effects eingeführt. Wir haben T-Shirts dazu gebracht, ihre Farbe zu wechseln, Bauchbinden dazu, ihre Protagonisten zu verfolgen und einen Fußballer vom Greenscreen-Hintergrund in ein Spielfeld gesetzt. All die 3D-Spielereien, die man aus „Herr der Ringe“ oder „Prometheus“ kennt, haben wir von der Macherseite bewundern dürfen. Und selbst kleinere Animationen haben sich als schwieriger herausgestellt als anfangs erwartet. Die größte Kunst dabei - so hat und Jan immer wieder eingeprägt – ist, das auf dem Bildschirm Geschaffene möglichst natürlich für’s Auge erscheinen zu lassen. Auch wenn das ein fliegender Dino ist, müssen Schatten, Windrichtung und Spiegelungen stimmen.

 

Am letzten Tag der Woche lernten wir von Philipp Seidel eine Einführung über Medienethik. Wie darf und muss sich ein Reporter verhalten, wenn es um Gewaltverbrechen, menschliche Dramen und Ausnahmesituationen geht? Wie weit darf er emotionalisieren – was geht zu weit? Wo ist die Grenze erreicht, an der der Journalist nichts mehr zu suchen hat und die Polizei nicht bei ihrer Arbeit behindern sollte? Ist der Journalist wirklich nur Getriebener der Quote? Wir hangeln uns an bekannten Beispielen entlang, in denen Journalisten an genau dieser Grenze standen – und falsch handelten: Die Hitler-Tagebücher, die Geiselnahme von Gladbeck, die Wulff-Affäre. Moralische Fragen der Pietät, der Abwägung und schlicht des gesunden Menschenverstandes stehen im Mittelpunkt der Diskussion.